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Topmodels im Laufe der Zeit


Juli 21, 2016 Facebook Twitter LinkedIn Google+ Allgemein,Geschichte


Audrey Hepburn - ein der ersten Topmodels der frühen Filmgeschichte
Die Begriffe „Topmodel“ und „Supermodel“ tauchten Anfang der 70er Jahre plötzlich auf, und es gibt tatsächlich einen feinen Unterschied zwischen einem echten Supermodel und einem Topmodel. Kurz gefasst sind alle Supermodels auch Topmodels, während nicht jedes Topmodel ein Supermodel werden kann!
Models hat es bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts gegeben: Hübsche, anonyme Mädchen führten wohlhabenden Kundinnen die Kreationen des Hauses vor. In den 30er Jahren wurde die Mode-Fotografie populär. Die Schwedin Lisa Fonssagrives machte sehr schnell – eher zufällig – als Fotomodell Karriere. Alleine ihr Name und ihr Gesicht sorgten dafür, dass für ein Produkt erfolgreich Werbung gemacht werden konnte.

Der gemeinsame Nenner

Alle Topmodels hatten von Anfang an einen wichtigen Punkt gemeinsam: Sie präsentierten das Schönheitsideal ihrer Zeit und waren außerdem noch begabt und geschäftstüchtig.
Lisa Fonsagrives strahlte beispielsweise jene mädchenhafte Eleganz aus, die zwischen den 30er und 50er Jahren hochbegehrt war. Ihre Augenbrauen waren immer perfekt gezupft, sie war schmal und erinnert auf einigen Fotos entfernt an eine weitere prominente Schönheit jener Zeit: an die Schauspielerin Audrey Hepburn. Obwohl Lisa als gebürtige Schwedin blond war, waren ihre Haare deshalb oft dunkel gefärbt. Lisa war bis ins hohe Alter aktiv und galt bis zu ihrem Lebensende als das erste Supermodel der Werbebranche.

Audrey Hepburn - ein der ersten Topmodels der frühen Filmgeschichte

Audrey Hepburn – ein der ersten Topmodels der frühen Filmgeschichte

Die ersten Topmodels der Neuzeit

Twiggy war die erste Frau, die ganz offiziell als „Topmodel“ bezeichnet wurde, als die New York Times sie mit diesem Wort beschrieb. Sie gehörte zu den wenigen, die in den 60er Jahren wirklich berühmt wurden. Twiggy ist bis heute ein Synonym für den extrem schlanken, androgynen Frauentyp. Nach den 50er Jahren, in denen die brave Hausfrau mit Dauerwelle als Frauenideal galt, war Twiggy mit ihren kurzen, glatten Haaren, ihren großen Augen und ihrer undefinierbaren Sexualität eine Revolution!

Es kam einer modischen Gegenrevolution gleich, als kurz darauf die sinnliche Margaux Hemingway berühmt wurde und als erstes Model überhaupt einen Millionenvertrag unterschrieb und das Gesicht von „Babe Parfume“ wurde. Sie blieb jedoch nicht lange in der Branche. Auch dank ihres berühmten Großvaters wurde sie zur US-Ikone und stand sehr schnell vor der Filmkamera. Trotz allen Erfolges beging sie leider im Alter von nur 42 Jahren Selbstmord.

Die Phänomene der 80er Jahre

Ende der 70er Jahre wurden Millionenverträge für erfolgreiche Models immer üblicher. Lauren Hutton wurde das Gesicht von „Revlon“ und erschien gleichzeitig 25 Mal auf der Titelseite der Vogue. Sie hatte von Anfang an eine kleine Zahnlücke, die äußerst charmant wirkte und zu ihrem Markenzeichen wurde. Nach ihrer Karriere als Topmodel wurde sie – mit Zahnlücke – eine sehr erfolgreiche Schauspielerin. Überhaupt wurde es nun Trend, dass die Models eine Besonderheit haben mussten. Brooke Shields war sehr groß und eigentlich etwas breiter als die typischen Haute-Couture-Laufstegmodels. Donyale Luna ging in jenen Jahren als erstes „black Topmodel“ in die Geschichte ein.

Die Epoche der Supermodels

In den 90er Jahren wurden die hochbezahlten Plätze im Topmodel-Olymp immer begehrter. Nun reichte es nicht mehr, dass eine Frau Talent hatte, gut aussah oder ein besonderes körperliches Kennzeichen hatte. Die Frauen, die in den frühen 90er Jahren ihre Karriere aufbauten und teilweise bis heute berühmt sind, hatten alle ihre Geschichte. Sie selbst und ihr Leben wurden zu einem Thema für die Presse.

Claudia Schiffer, Cindy Crawford, Linda Evangelista sind einige der Stars dieser Epoche. Sie alle verkörperten den Typ „schöne und gesunde Frau“. Aber auch ein anderer Frauentyp hatte Erfolg: die unberechenbare Frau, die jedoch als perfekte Schönheit auch launisch sein darf und über den Dingen steht. Naomi Campbell machte unter diesem Vorzeichen Karriere.
Fast parallel dazu wurden aber auch Frauen berühmt, die den so genannten „Heroin-Chic“ verkörperten. Diese Topmodels setzten sich völlig von der gesund wirkenden Frau ab. Sie waren extrem dünn und wurden oft so geschminkt, dass sie regelrecht krank und verhärmt wirkten. Die berühmteste Vertreterin dieser Welle war und ist Kate Moss.

Claudia Schiffer (hier Cannes, 2000) war eines der ersten Topmodels der boomenden 90er Jahre und gilt immer noch als eines der erfolgreichesten Models seiner Zeit

Claudia Schiffer (hier Cannes, 2000) war eines der ersten Topmodels der boomenden 90er Jahre und gilt immer noch als eines der erfolgreichsten Models seiner Zeit

Das Ende der Supermodels

Models wie Claudia Schiffer und Naomi Campbell unterzeichneten Verträge in Millionenhöhe und erhielten pro Shooting Zehntausende von Dollars. Charles Gandee, damaliger stellvertretender Chefredakteur der Vogue, meinte, diese extremen Forderungen seien schuld daran, dass die Epoche zu Ende ging. Die Fotografen und Zeitschriften schauten sich nach anderen Frauen um, die weniger verlangten und genauso gut aussahen.

Darüber konnten sich nun unzählige junge Frauen freuen. Supermodels waren out. Nun hatten auch „normale“ Topmodels wieder eine Chance, auf ein Titelblatt zu kommen oder für ein begehrtes Label laufen zu dürfen. Die Gehälter und Honorare der 90er-Jahre-Supermodels werden sie zwar nie erreichen, aber dank der Trendwende hatten nun mehr Frauen eine Chance, bekannt zu werden.

Dünn oder dick – Hauptsache auf Instagram

Während in den 90er Jahren Kleidergröße 36 für eine über 1,75 Meter große Frau als sehr schlank galt, hinterließ der damals aufkommende „Heroin-Chic“ seine Spuren. Nach der Jahrtausendwende sollten Frauen am besten in Kleidergröße 32 passen. Inzwischen gibt es in mehreren Ländern Mindestanforderungen an den BMI der Models.

Langsam zeichnet sich eine Trendwende ab. Außerdem hat sich die Modebranche den Bedürfnissen der XL-Frauen angepasst, und nach der Jahrtausendwende machten einige Frauen mit Kleidergröße 48 international Karriere. Das Aussehen eines Models wird heute wesentlich individueller eingeschätzt als noch vor zehn Jahren. So hat fast jeder Typ Frau die Möglichkeit, Topmodel zu werden. Wichtig sind vor allem Disziplin und Talent.

Ein Trend ist jedoch für alle Topsmodels von heute wichtig: Sie müssen die sozialen Medien beherrschen und zumindest auf Instagram sichtbar und aktiv sein. Denn die Fans von heute wollen am Leben ihrer Idole teilhaben können.

Bildquelle:
bigstock-ID-103888880-by-Velena
bigstock-ID-105284639-by-Denis_Makarenko