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Schlechtes Wetter – Kein Grund für schlechten Stil


Mai 11, 2015 Facebook Twitter LinkedIn Google+ Accessoires,Mode


Schlechtes Wetter sollte kein Grund für einen Stilbruch sein

Regen ist nicht nur nass, er macht uns auch modisch echten Kummer. Viele Outfits können wir gleich abhaken, wenn es draußen wie aus Eimern schüttet. Das Kleid, zu dem nur die mit Perlen bestickten Samt-Mules passen, muss dann leider ebenso im Schrank bleiben wie die fesche Schlaghose, mit deren Saum wir bei jedem Schritt die nasse Straße trockenwischen. Und dann gibt es auch noch das Problem Regenkleidung.

Modeproblem Regen

Natürlich hält der Schirm das Schlimmste ab (leider vergrößert er die Zahl der mitzuschleppenden Accessoires), doch gegen sadistische Autofahrer, die einen Meter neben uns durch tiefe Wasserlachen preschen, kann er nur wenig ausrichten. Und wenn wir es doch schaffen, das Regendach noch rechtzeitig zwischen uns und das aufspritzende Pfützenwasser zu halten, sind wir in dem Augenblick gegen die Nässe von oben ungeschützt. Abgesehen davon, dass feiner Nieselregen wie ein Sprayschauer von allen Seiten kommt und wir in null Komma nichts mit Tröpfchen übersät sind. Es hilft also nichts: Ein Regenmantel muss her. Es gibt natürlich schicke Modelle, und auch die Wachsjacke gehört bei vielen Frauen zur Grundausstattung. Trotzdem würden Sie Ihrem Date vor dem Kino sicher lieber im Kostüm entgegenschweben statt in dem triefenden Trench, den Sie gegen das fiese Wetter drüberziehen mussten. Es gibt nur zwei Möglichkeiten, mit widriger Witterung umzugehen: entweder akzeptieren und danach handeln (mit Schirm, Regenmantel und Gummistiefeln – die Pumps kommen für den Weg in die Handtasche) oder ignorieren und die Gewalt der Elemente mit stoischer Ruhe über sich ergehen lassen. Vielleicht lädt Sie der nette Typ aus dem Kino dann noch auf einen heißen Kakao ein, durchnässt und durchgefroren, wie Sie sind. Die letzte der beiden Methoden hat immerhin den Vorteil, dass Sie sich nicht mit Ihrer Regenausrüstung abmühen müssen, falls doch noch überraschend die Sonne herauskommt.

Mantel muss sein!

Wer gern Streetwear trägt, braucht mindestens zwei Mäntel: einen hellen Regenmantel und einen aus dunkler Wolle. Wenn Sie sich sportlich kleiden, tut es dagegen ein braunes Allroundmodell oder ein Trenchcoat. Haben Sie in der Freizeit eher szenig-flippige Klamotten an, kommen für Sie eventuell nur Jacken infrage, einen Mantel können Sie sich sparen. Stehen Sie dagegen auf den vornehmen Weekendlook im englischen Stil, wäre ein kurzer Macintosh (gegen den Regen ist er innen mit Gummi beschichtet) genau das Richtige. Besitzen Sie kein Auto und sind viel zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs, brauchen Sie vernünftige Wetterkleidung bzw. Streetwear, zum Beispiel einen langen Wollmantel für den Winter und gegen den Regen einen Trench aus gewachster Baumwolle. Wer dagegen für jeden Weg, auch den kürzesten, das Auto anwirft, sollte sich einen zeitlosen Mehrzwecktyp zulegen – allerdings nicht zu lang und mit Mittelschlitz, dann knittert er nicht so sehr, wenn Sie sich damit hinter das Lenkrad schwingen. Damit Sie den richtigen Mantel für sich finden, hier die wichtigsten Grundschnitte im Überblick:

  • Der knielange Einreiher aus Wolle oder Kaschmir passt sich je nach Farbe fast allen Situationen an. Im Business sind dunkle Grau- und Blautöne am vielseitigsten einsetzbar, wenn Sie den Mantel auch in der Freizeit tragen wollen, nehmen Sie eher helles Beige oder Kamel.
  • Manche Verkäuferinnen bezeichnen einen kurzen, leichten Mantel mit Raglanschulter als „Swinger“ oder „Slipon„. Der Witz an diesem Typ Mantel ist aber weder die glockig schwingende Silhouette noch die Tatsache, dass man ihn leicht überziehen kann („to slip on“), sondern allein der Schnitt der Schulter. Je nach Ausführung erzeugt der Raglanschnitt eine kastige (wenn aus zwei Teilen zugeschnitten) oder weichere, rundere Schulterlinie (einteiliger Schnitt). Jünger und eleganter wirkt Schnitt Nr. 2.

Regenschirm

Gewisse Produkte muss man sich heute anscheinend nicht mehr kaufen, weil man sie an jeder Ecke als Werbegeschenk hinterhergeworfen bekommt – wie zum Beispiel Regenschirme. Irrtum! Die billigen Regendächer, womöglich noch mit peinlichem Werbeaufdruck, sind rein stilistisch betrachtet inakzeptabel. Ein guter Schirm kostet natürlich 100 Prozent mehr als das Gratisteil, dafür ist er in aller Regel aber auch zu 100 Prozent schöner. Vor alle, wenn es sich um ein handgemachtes Exemplar aus einer traditionsreichen Manufaktur handelt (mit Griff aus echtem Holz und durchgehendem Stock). Besonders vielseitig sind etwas sportlichere Modelle mit dezent kariertem Bezugsstoff, die Sie in Job und Freizeit bei einsetzendem Regenguss verwenden können.
Kaum vorstellbar, dass der Schirm seine weltweite Verbreitung nicht praktischen Gründen verdankt, sondern seinem Ansehen von Macht und Würde sowie seinen mythologischen Symbolen. Seine praktische Funktion des „Be- und „Ab“schirmens hat erstaunlicherweise bereits im frühen Altertum einen ideellen Wert erhalten. Mit der Funktion des Schützens hängt auch das Wort Schirm zusammen. Es leitet sich von mittelniederdeutsch schermab. Im Jahr 1926 erfand Hans Haupt den Knirps, einen Patent-Schirm mit teleskopierbarem Stock. In den 1950er Jahren gehörte der Schirm, neben Hut, Handtasche und Handschuhen, zu den unumgänglichen Accessoires einer eleganten Dame. Es war immer ein Stockschirm mit gebogener Krücke, besonders in Mode war die Bambuskrücke. Christian Dior machte das Schirmdesign mit zur Sache des Modeschöpfers. Seither entwerfen namhafte Modedesigner Stoffdessins auch für Schirme.

Gummistiefel

Gummistiefel? Ich bin doch kein Landei! Macht nichts, denn im Prinzip kann jeder ein Paar wasserdichte Schlammtreter gebrauchen. Es sein denn, in Ihren Breitengraden regnet es wirklich so gut wie nie. Natürlich gibt es bei Gummistiefeln fast genauso viele Unterschiede wie bei anderen Schuhtypen. Welches Modell sie sich zulegen, sollte also genau bedacht werden. Die einfachste Variante ist der profane Arbeitsstiefel, wie man ihn im Baumarkt bekommt. Er tut seinen Dienst, schick ist er nicht. Mehr Eindruck schinden können Sie da schon mit grünen oder dunkelblauen Exemplaren aus England oder Schottland. Die Franzosen liefern diverse Brauntöne, italienische Marken bieten modische Knallfarben an. Kein Muss, aber ganz nett bei einem Regenguss : Gummistiefel mit Lederfutter.

 

Bildquelle: wrangler/Bigstock.com

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