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Make Up damals und heute – Was mit Schminke alles möglich ist!


September 22, 2015 Facebook Twitter LinkedIn Google+ Geschichte,Trends


Mit Schminke ist sehr viel mehr möglich, als nur unreine Haut zu kaschieren

Ab einem gewissen Alter hat sie im Grunde jede Frau in ihrem Schränkchen stehen: die Schminke oder das Make up, wie man es heutzutage häufig bezeichnet. Allerdings ist Schminke nicht ganz das gleiche wie Make up: Ersteres ist der Oberbegriff für jegliche dekorative Kosmetik, letzteres bezeichnet eigentlich nur die getönte Creme, wird heutzutage jedoch häufig synonym verwendet. Die Geschichte der dekorativen Kosmetik geht viele Jahrtausende zurück. Mit Ton, Erde und anderen färbenden Stoffen bemalten sich die Menschen, nicht nur aus dekorativen, sondern auch aus praktischen Zwecken (beispielweise, um Insekten abzuschrecken, aber auch seinen Feinden Furcht einzuflößen oder zu religiösen Riten). Einige Kulturen wie die der Maori gingen sogar so weit, sich sozusagen dauerhafte Schminke auf die Haut anbringen zu lassen, nämlich in Form von Tattoos. Auch heute gibt es den Trend, die Augenbrauen, Lippen und Lider mittels einer Tätowierung dauerhaft zu betonen, was als Permanent Make up bezeichnet wird. Der Unterschied zum normalen Make up ist jedoch, dass sich dieses restlos wieder entfernen lässt, nicht jedoch die Tattoos.

Ägypter, die Vorväter der modernen Schminke

Das Make up wie wir es heute kennen wurde allerdings von einer Hochkultur erfunden, für die das Äußere eine sehr große Rolle spielte: die alten Ägypter. Dort diente die Schminke nicht nur zur Aufrechterhaltung eines Schönheitsideals, sondern verdeutlichte auch den gesellschaftlichen Status eines Menschen. Zur Herstellung des Make ups, mit dem vorwiegend die Augen, Wangen und Lippen betont wurden, pulverisierte man unterschiedliche Rohstoffe und verarbeitete diese zu diversen Pasten. Als Lidstrich diente beispielsweise Khol (heute immer noch eine Bezeichnung für Kajal in manchen Ländern) und für farbige Lidschatten wurden zermahlene Steine wie Lapislazuli, was das typische ägyptische Blau erzeugte, Galenit, Azurit und Malachit verwendet. Für den gebräunten Teint sorgen Pasten aus Henna und Ocker. Einige Quellen schreiben den Ägyptern auch die Erfindung des Lippenstifts zu: aus Ocker, Öl und Bienenwachs sollen schmale Stifte gefertigt worden sein, die sich perfekt für das schminken der Lippen eigneten, haltbar und transportabel waren.

Make up war bis vor kurzem keine Sache des Geschlechts

Mit diesen ganzen Mitteln ausgerüstet, verschönerten sich täglich nicht nur die ägyptischen Frauen, sondern auch die Männer: In dieser Kultur war Make up keine Frauensache und blieb ein Werkzeug für beide Geschlechter, wie auch bei den Griechen und Römern und im Mittelalter bis ungefähr zum 11. Jahrhundert. Die Kirche verbat zu Beginn des zweiten Jahrtausends nach Christus jegliches Pflegen und Schminken aus Eitelkeitsgründen sowohl für Männer als auch für Frauen, weil dies als Sünde galt. Dies änderte sich jedoch innerhalb der darauf folgenden Jahrhunderte wieder – auch uns sind die stark geschminkten Gesichter der Wohlhabenden in der Renaissance bekannt. Einen Höhepunkt erlebte die Make up-Kultur jedoch erst im Barock, wo sich Männer und Frauen gleichermaßen schwindelerregende Perücken auf den Kopf setzten und sich mit gefährlichen Substanzen wie Bleioxid die Haut bleichten, um dem gängigen Schönheitsideal zu entsprechen. Erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts war die toxische Wirkung vieler zuvor verwendeter Mittel bekannt, sodass man begann, andere Rohstoffe für die Herstellung der Kosmetika zu nutzten. Spätestens zu dieser Zeit änderte sich die Einstellung der Gesellschaft zur Verwendung von Schminke bei Männern: dies galt seitdem als weiblich und bei Männern verpönt. Nur noch vereinzelt sehen wir geschminkte Männer im 20. Jahrhundert und heute, so beispielsweise Artisten oder Menschen, die sich durch ihr Äußeres zu einer Szene zugehörig fühlen, denken wir da an die Emo-, Gothic- oder Punkkultur. Frauen hingegen bedienen sich nach wie vor zahlreicher Tricks, um ihr Aussehen zu verändern und zu variieren.

Make up ist viel mehr als nur dekorative Kosmetik

Warum sich Männer nicht kosmetisch verschönern und Frauen doch, erklären viele auch mit unserem natürlichen Fortpflanzungsinstinkt: der Mann hält nach der „gebärfähigsten“ Frau Ausschau, was bedeutet, dass er unterbewusst nicht nur nach Schönheit, sondern auch Jugendlichkeit sucht. Frauen hingegen suchen nach einem sicheren Partner, der ihre künftigen Nachkommen versorgen kann. Ob diese Theorie nun stimmt und für wen sich die Frauen heutzutage nun eigentlich schminken – für die Männer, für die anderen Frauen oder für sich selbst – sei dahin gestellt. Tatsache ist jedoch, dass fast alle Frauen zu Kosmetika greifen, wobei natürlich die Intensität je nach persönlicher Präferenz stark variiert. Dabei kann Make up wesentlich mehr, als nur „schöner machen“. Mit dekorativen Kosmetika kann man einerseits physische Faktoren beeinflussen, so beispielsweise:

  • Kleine Makel wie Pickel, Narben etc. kaschieren
  • Asymmetrien ausgleichen: Form und Größe des Gesichts, der Nase, des Kinns, der Augen und der Lippen lassen sich visuell korrigieren und verändern
  • Auswirkungen von Krankheiten und Müdigkeit wie Augenringe und geschwollene Lider vertuschen
  • Die Augenfarbe intensivieren und ihr verschiedene Tonarten verleihen
  • Das Dekolletee verschönern und mithilfe von Make up einen visuell üppigeren Busen kreieren

Andererseits kann man natürlich auch psychologische Effekte auslösen. Denkt man beispielsweise an unterschiedliche Bereiche des Alltags, so werden meistens verschiedene Schminkgewohnheiten an den Tag gelegt. Beispielsweise gehört der rote Lippenstift meistens zur Abend- und Partygarderobe. Trägt man ihn tagsüber, so sendet man womöglich bestimmte Signale. Als PR-Managerin beweist man damit Modeaffinität. Als Anwältin hingegen sorgt man damit zumindest bei manchen Menschen wahrscheinlich für Verwirrung. Genauere Experten-Schminktipps für Beruf aber auch Freizeit finden Sie beispielsweise hier.

Die Beauty Trends für Herbst und Winter 2015/16: Wie Sie schminktechnisch durch die kalten Tage kommen

Damit Sie up to date bleiben und ganz Ihrer Laune nach durch die kalten Herbst– und Wintertage kommen, haben wir hier eine Auswahl an Must Haves dieser Saison zusammengestellt.

  • Augen:
    • Mutige und kreative Eyeliner sind wahrhaft ein Eyecatcher: Ob schwunghaft wie Federn, sternenförmig über das Auge hinaus gehend, rauchig und doppelt geführt oder massiv in kräftigen Farben: Ihrer Fantasie sind diesmal wirklich keine Grenzen gesetzt.
    • Düsteres und rauchiges Augen Make up zaubern Smokey Eyes in verschiedenen Farben. Dabei kann man sowohl kräftig auftragen, als auch dezent verwischen, um einen Look „wie gehaucht“ zu kreieren.
  • Lippen:
    • Diese Saison wird es kalt, auch auf den Lippen: eisige Nude-Töne und Rottöne mit kaltem, bläulichem Unterton sorgen für einen winterreifen Finish.
    • Die Lippenstifte werden einfach aufgetupft, sodass dabei kein klarer Rand entsteht und die Farbe nur teilweise haftet.
  • Nägel:
    Match it: der Nagellack sollte diesen Herbst und Winter farblich passend zum Lidschatten gewählt werden.
    • Wer Muster mag, der greift diese Saison auf Linien und geometrische Formen zurück.
    • Auch bei den Nägeln wird es eisig: Weiß und Silber sind die heißen Trends für die kalte Jahreszeit!

Mit den Trends für diesen Herbst/Winter lassen sich sowohl alltagstaugliche Looks für Arbeit, Uni und Co. zaubern, als auch verführerische Abendstylings kreieren. Probieren Sie es aus! Experimentfreude wird diesmal mit Punkten fürs Modebewusstsein belohnt!

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