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Karl Lagerfeld – Modezar, Ikone, Künstler


Juli 4, 2016 Facebook Twitter LinkedIn Google+ Allgemein,Geschichte


BRUARY 10: Designer Karl Lagerfeld attends a press co

Elegant, schrill, einzigartig – das alles ist der Ausnahmedesigner Karl Lagerfeld, der zu den bekanntesten Modeschöpfern der Welt gehört. Mit seinem auffälligen Signature Look – den weißen Haaren, der dunklen Sonnenbrille, dem Vatermörder Kragen und den engen Hedi Silmane Anzügen, begeistert er seit fast sieben Jahrzehnten die Modeherzen. Doch auch als Fotograf, Designer und Kostümbildner hat sich Lagerfeld bis heute einen Namen gemacht.

Seine Kindheit

Der in Hamburg geborene Karl Lagerfeld wuchs in einer gut behüteten Familie während der NS-Zeit auf. Zu seinem genauen Geburtsjahr gibt er bis heute keine eindeutigen Hinweise preis. Lange Zeit verlautete er, 1938 geboren zu sein, neuerdings 1935. Doch die Bild-Zeitung und Welt am Sonntag vermeldeten 2005 und 2008 in Zeitungsartikeln das Jahr 1933 als Karl Lagerfelds wahres Geburtsjahr. Ihre Informationen beziehen die Zeitungen von Aussagen ehemaliger Klassenkameraden und historischen Aufzeichnungen über Lagerfelds Heimatviertel Blankenese in Hamburg.

Der Weg nach Paris und in die Welt der Mode


Mit 14 Jahren emigrierte er mit seiner Mutter nach Paris. Der Weg in die Stadt der Mode kann bis heute als wegweisend für das Wunderkind, als das er in der Modewelt gepriesen wird, gelten. Dort gewann er in jungen Jahren den ersten Platz für einen Mantelwettbewerb, woraufhin er wenig später die Schneiderlehre bei Pierre Balmain begann. In den 1950er Jahren durchlief er einige Stationen bei den bis heute noch bekanntesten Modehäusern der Welt. Nach seiner ersten künstlerischen Leitung bei Jean Patou führte es ihn zu Chloé, Valentino und Fendi. 1983 begann Lagerfeld bei Chanel, der Modekette, dessen Erfolg und Revival in den 1980er Jahren noch heute Karl Lagerfeld zugeschrieben wird. Neben seinem Engagement bei Fendi und der Kollektion seiner eigenen Marke Karl arbeitet er weiterhin für das Pariser Modehaus

Bis heute lebt und arbeitet Lagerfeld in Paris. Weitere Wohnungen befinden sich in Monte Carlo, Rom und New York. Gerne verbringt er Zeit in seinem Schloss in der Bretagne, das er nach intensiven Studien der Kunstgeschichte restaurieren ließ. Karl Lagerfeld ist nicht verheiratet und lebt in keiner festen Partnerschaft. Nachdem 1989 sein Lebenspartner Jaques de Bascher an AIDS starb, gab Lagerfeld stets an, bevorzugt alleine zu leben. Sein ständiger Begleiter ist seine Katze Coupette.

Kaiser Karl – Pionier und Avantgardist der Mode

Seine Erfolge in der Modewelt haben dem extravaganten Lagerfeld schmeichelnde Namen aus der Szene beschert. Ob als Modezar oder Kaiser Karl bezeichnet, Karl Lagerfeld hat seine Spuren hinterlassen und regelmäßig Pionierarbeit geleistet und neue Trends gesetzt. Ihm ist es zu verdanken, dass auch junge Frauen heute noch gerne Kleider von Chanel tragen. Bevor Karl Lagerfeld die dortige künstlerische Leitung übernahm, galt die Marke als altbacken und eingestaubt. Lagerfeld verpasste dem Erbe Coco Channels wieder einen zeitgemäßen Look.
Er gilt außerdem als Entdecker des Topmodels Claudia Schiffer, die er zeitweilig zu seine Muse erklärte. Die Musen von Karl Lagerfeld sind abwechselnd Männer oder Frauen, Modells oder Popstars. Mit ihnen tritt er öffentlich auf, sie inspirieren ihn zu neuen Designs. Zuletzt trat er des Öfteren mit dem italienischen Model Baptiste Giabiconi auf. Für Aufsehen führten seine Auftritte mit der stark übergewichtigen Sängerin Beth Ditto.

2004 war Karl Lagerfeld der erste High Fashion Designer, der mit Hennes und Mauritz kooperierte und eigens designte Kleidungsstücke über den Discount Modehersteller vetrieb. Ihm folgten weitere Designer, wie Stella McCartney, Roberto Cavalli oder Versace.
Neben seinen Tätigkeiten als Designer für andere Modehäuser führte Karl Lagerfeld auch eigene Linien, die unter den Namen Karl Lagerfeld, Lagerfeld Gallery oder Karl bekannt waren. Die Modelinie Karl Lagerfeld wurde 2005 von Tommy Hilfiger gekauft. Lagerfeld gründete schließlich das Label Karl, das sich der Masstige Sparte (Masse und Prestige) zuordnen lässt. Seine Mode gibt es online und in ausgewählten Läden zu kaufen.

Karl Lagerfeld – die Marke

Karl Lagerfeld 2007 bei der Chanel Cruise Show (Santa Monica)

Karl Lagerfeld 2007 bei der Chanel Cruise Show (Santa Monica)

Sein unvergleichlicher Look hat Karl Lagerfeld über die Jahre zu einer Stilikone erwachsen lassen. Der weißhaarige Zopf, die getönten Gläser und beizeiten der Fächer sind zu seinen Markenzeichen geworden. In seiner Rolle als exzentrischer Modezar ist er darüber hinaus auch für seine öffentlichen Auftritte bekannt. Schon oft hat der Designer mit provokanten Aussagen über bekannte Persönlichkeiten und von ihm bezeichnete Modeverfehlungen die Gemüter erregt. So erklärte er die Jogginghose einst zum Anzeichen unkontrollierten Lebens oder empfahl der Schwester von Herzogin Catherine sich besser nur von hinten zu zeigen. Seine Zitate haben es zu so großer Popularität geschafft, dass es mittlerweile ein Buch mit seinen besten Sprüchen gibt. Ebenso beschäftigen sich Autoren und Filmemacher mit dem Modeschöpfer.

Karl, der Künstler, der Unternehmer, der Workaholic

Neben der Mode engagiert sich Lagerfeld noch in vielen weiteren Bereichen. Er kreierte für den Teddybär-Hersteller Steiff einen Lagerfeldbären im typischen Kostüm. Weiter schenkte er dem fiktiven Radiomoderator im Videospiel Grand Theft Auto IV seine Stimme. 2008 designte er eine ganze Insel mit Hotels, Geschäften und Ferienwohnungen vor der Küste Dubais. Als das Projekt nicht vollendet wurde, zog sich Lagerfeld als Designer jedoch zurück.
Als begabter Zeichner war er nebenbei für verschiedene Magazine und Tageszeitungen als Karikaturist tätig. Darunter das Satiremagazin Eulenspiegel, die Welt am Sonntag oder die französische Zeitung Libération.
Lagerfeld war zudem seit den 1970er Jahren wiederholt als Kostümbildner für Theater und Opern beschäftigt.
Der Designer gilt unter vielen, die ihn kennen, als Workaholic und hoch gebildeter Mensch. Seine Privatbibliothek zählt nach eigenen Angaben über 300.000 Bücher. Die Liebe zur Literatur bewegte ihn sogar zur Eröffnung eines Buchladens, dem 7L in Paris. Zudem ist er Programmchef des von ihm und Gerhard Steidl gegründeten LSD Verlages (Lagerfeld, Steidl, Druckerei).

 

Fotografie – die Leidenschaft des Herrn Lagerfeld

Abseits des Zeichentischs ist Lagerfeld ein ausgezeichneter Fotograf. Er erhielt 1996 den Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für Photografie, stellte regelmäßig in Galerien seine Akt- und Modefotografien aus. Für verschiedene Marken, wie Don Perignon oder VW, inszenierte er die Werbeauftritte der Produktlinien. Doch trotz seiner großen Erfolge wird Lagerfeld von verschiedenen Seiten für sein fotogrfisches Werk kritisiert. So bezeichnete das Wochenmagazin Spiegel seine Bilder als langweilig und der Fotograf David La Chapelle nannte ihn einst einen Dilettanten.
Die Marke Lagerfeld wird weiter von diesen Ambivalenzen leben, sie machen ihm zu dem, was er ist.

Bildquellen:
bigstock-ID-105277760 by Denis Makarenko
bigstock-ID-58173155 by s_bukley
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