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Fotos: Mit Fake zum Erfolg?


Juli 2, 2015 Facebook Twitter LinkedIn Google+ Allgemein,Model Ratgeber


Bildbearbeitung kann nach hinten losgehen

Das Aussehen ist zwar schon immer ein mehr oder weniger wichtiger Bestandteil unseres Lebens, doch noch nie war sichtbare Schönheit so verfügbar und unumgänglich wie in unserer hochtechnologischen und vernetzten Welt. Soziale Netzwerke, Blogs, Homepages und Videoportale wie zum Beispiel „Youtube“ suggerieren eine optische Perfektion, die rund um die Uhr erreicht werden kann oder sollte – dies glauben zumindest nicht wenige junge Frauen und Mädchen. So ist es auch keineswegs verwunderlich, dass Bildbearbeitung ein Thema darstellt, dass einen regelrechten Boom erlebt und durch dessen Funktionen wie beispielsweise Filter ein scheinbar makelloses Äußeres für jeden in greifbare Nähe rückt.

Die Grenzen zwischen Realität und Vorstellung verschwimmen

Sicherlich kennt jeder Fotos, bei denen die Bildbearbeitung nicht ganz gelang. Darüber macht man sich vielleicht auch gerne ein klein wenig lustig, denn oftmals sind diese „Fails“ sehr offensichtlich und für die meisten Menschen ist eine Veröffentlichung solche Fotos unvorstellbar. Dennoch sollte man nicht vergessen, dass hinter diesen misslungenen Bildbearbeitungsversuchen das Streben nach einem immer schöner werdenden Selbstbild steckt, das zahlreiche Frauen und Mädchen – gerne auch nur hinter einer vorgehaltenen Hand – anstreben. Vor einigen Jahren war das Bearbeiten von Bildern noch Fotografen vorbehalten, doch mittlerweile stehen entsprechende Werkzeuge jedem Hobbybildbearbeiter mit Internetzugang zur Verfügung. Dies verleitet selbstverständlich dazu, nicht nur das eigene Profilbild in sozialen Netzwerken mit Bildbearbeitung zu verschönern, sondern auch Fotos zu überarbeiten, die eine nicht zu unterschätzende Auswirkung im realen Leben mit sich bringen können.

Traumhaft schöne Aussichten für gutes Aussehen auf Knopfdruck?

Das Internet bietet zahlreiche Möglichkeiten der persönlichen Weiterentwicklung und auch der beruflichen Orientierung. Zwar war das Berufsbild „Model“ schon immer so etwas wie ein Traumberuf für viele Mädchen und junge Frauen, doch seit der virtuellen Revolution scheint es so, als müsste diese Profession kein Traum mehr bleiben. Im Gegensatz zu vergangenen Tagen, als Schönheiten darauf hoffen durften von Modelscouts im Bistro um die Ecke entdeckt zu werden, finden nun potenzielle Topmodels ihre Agenten im Netz. Eine Sedcard ist relativ schnell hochgeladen, die Nachfrage ist gegeben und schon wird Frau zum ersten Casting eingeladen. Das böse Erwachen kommt spätestens dann, wenn zur optimalen Präsentation der eigenen optischen Reize nicht die Wahrheit, sondern ein abgeändertes, mit Bildbearbeitung verzerrtes, Erscheinungsbild dargestellt und somit auch versprochen wurde.

„Schummeln“ ist nicht nur in der Schule verboten

Auch wenn der Beruf Model für den Großteil der Menschen in der Regel nicht infrage kommt, ist die Suche nach einer geerdeten Arbeitsstelle eine nervenaufreibende Aufgabe, der keiner entgehen kann. Gutes Aussehen wird bekanntermaßen mit Erfolg, Disziplin, Leistung und einer gewissen Portion Intelligenz in Verbindung gebracht, auch wenn dies nur unbewusst geschieht. Dieses Bild ist tief in uns verwurzelt, da wir bereits als Kleinkinder gelernt haben, hübschen Personen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. So versucht natürlich jeder Bewerber im Kampf um den heiß umkämpften Posten auch mit optischen Vorzügen zu überzeugen. Bildbearbeitung scheint hier ein akzeptables Werkzeug zu sein, denn der Zweck heiligt die Mittel – ist dies tatsächlich auch in diesem Fall gerechtfertigt?  Fakt ist, dass das Kavaliersdelikt der Bildbearbeitung spätestens dann einen mehr als faden Beigeschmack hinterlässt, wenn der Tag des Bewerbungsgespräches anbricht. Schließlich möchte kein Personalleiter einen neuen Mitarbeiter beschäftigen, der bereits beim ersten Kennenlernen mit einem fatalen Ausschlusskriterium besticht, nämlich offensichtlicher Unehrlichkeit. Oftmals ist es aber auch tatsächlich so, dass zuständige Mitarbeiter ein besonders geschultes Auge entwickelt haben, um bearbeitete Bewerberfotos bereits im Vorfeld aussortieren zu können. Wer sich also ernsthaft um einen Job oder eine Ausbildungsstelle bewerben möchte, sollte mehrfach überlegen, ob eine Bearbeitung seiner Unterlagen wirklich von Vorteil sein kann.

Links ohne, rechts mit Bildbearbeitung

Links ohne, rechts mit Bildbearbeitung

Darum prüfe, welches bearbeitete Bild veröffentlich werden soll

Bildbearbeitungsprogramme zaubern in Sekundenschnelle makellos schöne Haut, strahlend weiße Zähne oder weniger Falten – Frau ist selbstverständlich stets um den ultimativen Auftritt und ein jugendliches Antlitz bemüht. Wer bearbeitete Fotos jedoch der Öffentlichkeit zugänglich macht, muss damit rechnen, dass diese virtuelle Verschönerung durchaus auffällt, auch wenn man dies selbst nicht bemerkt. Häufig ist es so, dass sich Freunde, Bekannte und natürlich der eigene Partner kleine Details merken, die dem eigenen Auge in den meisten Fällen verborgen bleiben. Den lieben Menschen im persönlichen Umfeld ist die Bearbeitung der Fotos in der Regel aber auch relativ egal, doch Personen, die man nicht unbedingt zum Freundeskreis zählen möchte, sehen in einer Bildbearbeitung oftmals ein gefundenes Fressen, um giftig zu lästern und das Selbstwertgefühl ins Bodenlose fallen zu lassen. Hier sollte man also sehr gut überlegen, welche Fotos man im Zweifelsfall kommentiert – negativ oder positiv – haben möchte.

Perfektion um jeden Preis – erst denken, dann handeln

Fotos für den privaten Gebrauch zu überarbeiten ist sicherlich nicht verwerflich, doch wenn man ehrlich zu sich selbst ist, werden diese Schnappschüsse sehr selten bis nie modifiziert. Für das Erinnerungsalbum möchte man schließlich die Realität einfangen, für die Selbstdarstellung in Facebook, Instagram & Co. muss es jedoch schon ein bisschen mehr als nur das echte Leben oder gar der Alltag sein. Wer dem Trend der Bildbearbeitung folgen möchte, befindet sich auf jeden Fall in guter Gesellschaft, denn bereits unsere prominenten Vertreter der Gesellschaft machen vor, welche künstlichen Schönheiten auf virtuelle Art und Weise erschafft werden können. Es lohnt sicherlich auch für Befürworter der getippten Schönheitskuren zu überlegen, welche Fotos man selbst sehen möchte und ob ein vernebelter und durch und durch gefilterter Blick auf die Realität auch noch in einigen Jahren erstrebenswert ist.

Egal ob man sich nun bei Modelagenturen vorstellen, einen Traumjob ergattern oder einem ganz besonderen Jungen den Tag mit einem Schnappschuss verschönern möchte – wer Bildbearbeitungsprogramme, Photoshop & Co. verwendet, sollte sich stets darüber im Klaren sein, dass Natürlichkeit zweifelsfrei immer der beste Weg ist, um in positiver Erinnerung zu bleiben.

Bildquellen:
Kaspars Grinvalds/Bigstock.com
khorzhevska/Bigstock.com

 

Komentare
  1. Models und Social Media - so wirst du zur Marke! | Modeln.net said on Juli 19, 2016 11:28 am:

    […] seine Bilder durch vorteilhafte Hashtags kennzeichnet. Diese ermöglichen es den Nutzern, eines der Bilder des Models angezeigt zu bekommen, wenn sie gerade die Posts des Hashtags ansehen. Man kann diese besonders […]