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Brangelina: Von Anfang und Ende eines Märchens


September 29, 2016 Facebook Twitter LinkedIn Google+ Allgemein,Trends


Brangelina Pitt und Jolie

Und sie lebten nicht glücklich und zufrieden bis ans Ende ihrer Tage …

Die Agentur-Meldung, Angelina Jolie habe die Scheidung von ihrem Ehemann, Hollywood-Star Brad Pitt, eingereicht, schlug in Medienwelt ein wie die sprichwörtliche Bombe. Im Stundentakt übertreffen sich seither die Spekulationen, welches Ereignis den Stein ins Rollen gebracht haben könnte und dem Hollywood-Märchen „Brangelina“ ein derart jähes, in den Klatsch-Medien so hässlich dargestelltes Ende bereitete.
Brangelina galt – bis eben noch – als Synonym für das perfekte Paar. Ruhm und Erfolg, unvorstellbarer Reichtum, eine Liebe wie im Märchenbuch und, von angeblich winzigen Korrekturen abgesehen, eine geradezu makellose Schönheit beider Hauptakteure machten den Mythos Brangelinas aus. Großes soziales Engagement bewies außerdem die edle Gesinnung dieses Paares, die jeglichen Vergleich mit anderen Hollywood-Paaren hinken ließ. Entwicklungs- und Katastrophen-Hilfsprojekte der Maddox Jolie-Pitt Foundation, die die Finanzierungssumme von 30 Millionen US-Dollar längst überschritten haben, machen an den Orten ihres Wirkens einen echten Unterschied.
Entsetzen und Fassungslosigkeit machte sich in der Fangemeinde breit, als die Bedeutung der Nachricht, Brangelina sei Geschichte, zu sickern begann und nach und nach Einzelheiten bekannt wurden und erahnen ließen, dass sich hinter der Hochglanz-Fassade eben auch nur allzu menschliches abspielte.

Leben in der Öffentlichkeit- Scheidung in der Öffentlichkeit

Allerwelt-Paare gestehen sich in ähnlichen Situationen ernüchtert ein, dass ihnen im Laufe der Jahre erst die Romantik und schließlich die Liebe abhandengekommen war und sich trotz ernsthafter Bemühungen nicht mehr einstellen will. Irgendwann geben sie ermüdet auf, informieren Familie und Freunde, beauftragen Scheidungsanwälte und machen sich daran, ihr Leben ohne den Anderen neu zu organisieren. Allerwelt-Paare teilen dann das Gemeinsame auf, zanken vielleicht um dieses oder jenes Detail und sie berücksichtigen das Wohl der gemeinsamen Kinder oder was sie dafür halten. Wenn schließlich die Beziehungsaußenwelt informiert wird, betreten neue Akteure die Bühne und bereiten der einstigen Vertraulichkeit ein jähes Ende. Indiskretionen aller Art können einem Scheidungsdrama entscheidende Wendungen geben und bis dahin vielleicht noch vorhandene Freundschaft in ihr Gegenteil verkehren.

Während der Dreharbeiten zu "The Land Of Blood And Honey" von Jolie in Budapest (Ungarn) macht die Großfamilie einen Ausflug in den Kletterpark - natürlich inklusive Paparazzi

Während der Dreharbeiten zu „The Land Of Blood And Honey“ von Jolie in Budapest (Ungarn) macht die Großfamilie einen Ausflug in den Kletterpark – natürlich inklusive Paparazzi

Doch sollte ein Paar wie Brangelina tatsächlich an denselben Trivialitäten scheitern, wie sie das Eheleben von Allerwelt-Paaren erschweren? Vermutlich ist das so, wenn man sich auch die Rahmenbedingungen etwas überdimensionierter vorstellen darf. Doch wenn ein Paar wie Brangelina vor den Augen und Ohren der Öffentlichkeit ihre Trennung bekannt gibt, ertönt das Echo im Stile Hollywoods mit Pauken und Trompeten.

Alkohol, Drogen, eheliche Untreue und Prostitution und andere schwerwiegende Vergehen werden nach und nach „aufgedeckt“. Man fühlt sich unweigerlich an das Bildnis des Dorian Gray erinnert, wenn man sich wundert, wie sich dieses Scheusal hinter den Gesichtszügen des „sexiest man alive“ Brad Pitt so lange verbergen konnte.

Selbst FBI-Ermittlungen wegen Kindesmissbrauchs werden in der Aufführung des Brangelina-Schlussakkords ins Werk gesetzt. Man darf also auf den nächsten Akt des bereits angekündigten „Rosenkrieges“ gespannt sein, denn mit der Hollywood-Prominenz ihrer Kunden sehr erfahrene Scheidungsanwälte sind bereits in Position gebracht.

Brangelina: Wie alles begann…

Hollywoods Traumpaar lernte sich 2004 bei den Dreharbeiten zur Actionkomödie „Mr.& Mrs. Smith“ kennen, in der sie zwei miteinander in kriselnder Ehe verheiratete Auftragskiller darstellen. Angelina Jolie war zu diesem Zeitpunkt bereits zweimal geschieden, Brad Pitt noch mit Jennifer Anniston, allerdings unter bereits schief hängendem Haussegen, verheiratet.

Entgegen Jolies Beteuerungen, sie hätte niemals eine Affäre mit einem verheirateten Mann begonnen, soll es vom ersten Drehtag an nicht nur auf der Leinwand geknistert haben. Was die Klatschpresse bereits vermutet hatte, wurde nach und nach Sicherheit: Brangelina war Wirklichkeit geworden.

Bereits im April 2005 tauchten erste Paparazzi-Fotos von einem Strandurlaub mit Jolies Adoptivsohn Maddox auf.

2006 wurde das erste gemeinsame Kind, Tochter Shiloh, in Namibia geboren. Zwei Jahre später folgte in Nizza die Geburt der Zwillinge Vivienne Marcheline und Knox Leon. Die Kinderschar von Brangelina beläuft sich insgesamt auf sechs Nachkommen, drei eigene und drei aus Entwicklungsländern angenommene Kinder.

2014 heiratete das Hollywood-Traumpaar in einer kleinen Kapelle ihres französischen Weinguts Miraval. Im Jahr davor hatte Jolie bekannt gegeben, sie hätte sich wegen ihrer sehr hohen genetischen Disposition für Brustkrebs vorsorglich erst die Brustdrüsen und später die Eierstöcke und Teile der Eileiter entfernen lassen. Diese mit Sicherheit zu den dunkelsten Stunden ihres Lebens zählenden Momente nutzte Jolie für die Botschaft „Wissen ist Macht“. Die Thematisierung der Entfernung aller Organe, die maßgeblich die physischen Eigenschaften der Weiblichkeit ausmachen, sollte eine Ermutigung für andere Betroffene sein. Dieser kraftraubende Schritt verwirrt in seiner Radikalität, da ja das „Wissen“, mangels Vorhandensein entsprechender Organe nicht mehr an bestimmten Krebsarten erkranken zu können, nichts mit einer „Gewissheit“ zu tun hat, es wäre jemals zu einer Erkrankung gekommen.

Angelina Jolie  und Brad Pitt auf der Premiere zu  "Ocean's Thirteen" 2006. Eines der ersten gemeinsten öffentlichen Fotos

Angelina Jolie und Brad Pitt auf der Premiere zu „Ocean’s Thirteen“ 2006. Eines der ersten gemeinsten öffentlichen Fotos

Der Druck, den Mythos des in jeder Hinsicht perfekten Paares aufrecht zu erhalten, muss enorm gewesen sein. Auch ein Star ist nur ein Mensch mit Schwächen, die ihn abseits der „red carpets“ und Blitzlichtgewitter jederzeit ins Straucheln bringen können. Das Spielen einer Rolle stellt für zwei Oscar prämierte Hollywood-Schauspieler keinerlei Schwierigkeit dar. Zugleich gilt, wer nicht sein darf, der er ist, nimmt Schaden. „The Show must go on“ sang dereinst Freddie Mercury, im gleichnamigen Song schon von seiner tödlichen Krankheit gezeichnet: „Im Innersten mag das Herz brechen, das Make-up abblättern, aber das Lächeln sitzt“.

Der „Braxit“

Der engste Familien- und Freundeskreis wird den zwei Weltstars, die ja durchaus auf eine ausreichend dokumentierte Anzahl von Beziehungs- und Eheabbrüchen zurückblicken, ermunternd auf die Schulter klopfen und ihnen zusichern, dass das Leben weitergehen wird. Die nun medial geäußerte Vermutung, das eheliche Zerwürfnis sei wegen „unüberbrückbarer Differenzen“ in der Kindererziehung entstanden, und der beinahe zeitgleich veröffentlichte Vorwurf der Kindesmisshandlung durch Brad Pitt, lassen vermuten, dass die Anwälte Brangelinas bei der Wahl der Waffen nicht allzu zimperlich vorgehen werden. Zu hoffen bleibt, den Akteuren möge gelingen, die tendenziell wohl Jolie zuzuschlagende Kinderschar bei der rechtlichen Vorbereitung des „Braxit“ aus der Schusslinie zu halten.

 

 

Bildquelle: Bigstock

 

 

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