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Trachtenmode 2014


August 27, 2014 Facebook Twitter LinkedIn Google+ Mode,Trends


Aktuelle Trachtenmode 2014 (Bildquelle: BigStock-ID-69471424-Fisher-Photostudio)

Sobald der Oktober naht, ist das Münchner Oktoberfest als außergewöhnliche Modenschau interessant. Auch das traditionelle Dirndl und der Trachtenlook haben sich mit der Zeit gewandelt. Wenn sogar ein Designer wie Karl Lagerfeld sich an ein Dirndl-Design macht, ist die Haute Couture endgültig in den Trachtenhimmel eingezogen. Die extravaganten Prachtstücke und romantisch-verspielten Unikate aus dem designerischen Trachtenhimmel können sich aber meistens nur Prominente, betuchte Managergattinnen und adlige Oktoberfest-Gäste wie Gloria Fürstin von Thurn und Taxis leisten.

Models sind gegenüber der Restbevölkerung eindeutig im Vorteil. Sie haben erhöhte Chancen, als Muse eines Dirndl-Designers oder einer wagemutigen Trachten-Designerin zumindest auf dem Laufsteg in den Genuss solcher Mode-Unikate zu kommen.

Models und Prominente tragen ein Unikat

Das ganze Jahr über haben sich kleine Designwerkstätten mit aktuellen Trachten und Dirndlmode befasst. Dem touristischen Billig-Dirndl setzt man als Trachtenliebhaberin mit Stil und entsprechenden gesellschaftlichen Verpflichtungen Unikate aus edlen Stoffen gegenüber. Für die konventionell denkenden Herren aus der Manager-Etage setzt „Lodenfrey“ bislang den modischen Standard. Die männlichen Paradiesvögel, Popstars und Models kleiden sich standesgemäß mit mehr oder weniger extravaganten Kreationen – beispielsweise von einem angesagten Modedesigner aus Kitzbühel oder München. Die Damen haben die Qual der Wahl. Das Dirndl ist naturgemäß modisch variabler und kann spannender variiert werden. Exklusive Designer-Marken wie „TaliBoelt“ verkörpern moderne Dirndl-Romantik in Reinkultur. Der beste Ausdruck dafür ist das gefragte Designer-Hochzeitsdirndl. Einen so glamourösen Auftritt wie heute konnte man noch vor 30 Jahren nicht in einem Dirndl hinlegen. Trachtenkleidung galt früher als Ausdruck deutscher Spießigkeit und überkommener Folklore-Verbundenheit. Doch die Zahl derer, die beim Münchner oder Bad Cannstatter Wiesenfest Trachten-Haute Couture tragen, wächst. Wer sich eine individuelle Tracht nach eigenen Vorstellungen kreieren lassen möchte, läuft nicht überall offene Türen ein. Bei „TaliBoelt“ jedoch kann man seinen individuellen Dirndl-Traum umsetzen – vorausgesetzt man hat einen hohen Investitionsrahmen zur Verfügung. Die Individualisierung einer Luxus-Tracht ist Ausdruck der eigenem modischen Autonomie. Es kommt nicht von ungefähr, dass gerade die kleinen Trachtenlabel sich gerne große Namen mit ins Boot holen. Manche Trachtendesigner werben mit prominenten Kunden, andere bitten weibliche Prominenz zur Modenschau – auch als Model. Für „TaliBoelt“ beispielsweise trat die deutsche Schauspielerin Sophie Adell auf den Laufsteg. Ihr offensichtliches Interesse an kreativer Trachten-Mode war der Anlass zu dieser Zusammenarbeit.


Trachtenmode wird immer wieder neu interpretiert

Längst ist Trachtenmode wieder schwer angesagt. Sie hat sich immer wieder neu erfunden und setzt Jahr für Jahr neue modische Standards. Die Variationsbreite modischer Gestaltung scheint unerschöpflich zu sein. Luxus-Trachten dürfen heute sogar ein bisschen „Rock ’n Roll“-Flair haben. Leder, Brokat, Spitze und Seide passen oft gut zusammen. Um eine exklusive Designertracht zu tragen, muss man schon einiges investieren. Für Models bietet sich an, eine Designertracht von einem kleinen, eigenwilligen Label „Schau zu tragen“ – sprich, zu einem bestimmten Anlass zu leihen. Wer im Designerdirndl von einem der zehn angesagtesten Trachtenlabel im VIP-Zelt aufschlägt, hat schon gewonnen. Die Designerin hat auch etwas davon – vor allem, wenn die Presse im richtigen Moment anwesend ist. Kennen sollte man die Kollektionen von der „AlpenHerz“-Dirndlmanufaktur, außerdem das junge Trachtenlabel „ENA-Trachten“ der Münchner Designerin Verena Brock und die „Top Drei-„Platzierung der Trachtenhitliste, das Designerteam von „Sari Dirndl“, mit seinen außergewöhnlichen Dirndls aus indischen Saristoffen. In Designerwerkstätten wie der von Michael Keune, bei „El Picaflor“ von Svenja Liehm oder bei „CocoVero“ entstehen die Aufsehen erregenden Kunstwerke und Trachten-Unikate, die nicht lange um Kundinnen buhlen müssen. „CocoVero“ machte sogar mit einer witzigen Werbekampagne auf sich aufmerksam. Bei diesem Designerteam widmet man sich übrigens auch der längst überfälligen Auffrischung der Männer-Trachtenmode. In Österreich hat das Label „Mirabell Plummer“ von Tracy Griesner mit neuen Motiven überrascht. Auch hier geht es um ausgefallene Ideen, die sich vom konventionellen Trachtenlook abheben. In Berlin arbeitet die gefragte Modistin Susanne Gäbel als Hut- und Trachtenschmuck-Designerin daran, der Trachtenmode frische Impulse zu verleihen. Sie propagiert derzeit modische Rückgriffe in die Zwanzigerjahre. Bei der „Glam-Alm“ sorgt die Designerin Nikol Ragalyi dafür, dass der Glamourquotient nicht zu niedrig ausfällt. Hirschgeweih-Schmuckstücke sind ihr liebstes Metier. Dazu addiert die Designerin glitzernde Swarovski-Kristalle, um edle Hingucker mit einem Hauch Traditionsverbundenheit zu entwerfen. Die Designerinnen Judith Kreser und Barbara Roth sind als „Roosaroth“ mit liebevollen Dirndl-Details angenehm aufgefallen. Interessant sind ihre fantasievollen Unterfütterungen von Dirndls.

Anything goes!

Nichts ist im Trachtenhimmel mehr verboten. Man kann heutzutage afrikanische Stoffmuster oder indische Saristoffe verwenden, um der Trachtenmode jenen Ruch von Spießigkeit zu nehmen, der ihr seit jeher anhaftet. Man darf Leder oder Brokat, Seide oder Samt verarbeiten. Die Mode-Laufstege der Prominenz finden sich auf dem alljährlichen Oktoberfest im „Hippodrom“, in Käfers „Wies’n Schänke“, im „Schützenzelt“ oder im „Weinzelt“. Von Thomas Gottschalk bis zu Prinz Poldi, von Uschi Glas bis zum Oktoberfest-Superstar Lola Paltinger – einer der bekanntesten Dirndl-Designerinnen überhaupt – sind alle da. Vicky Leandros mag es eher traditionell, die derzeitige Freundin von Heiner Kamps trägt lieber ein exklusives Escada-Dirndl. Wenn es noch eines Beweises bedurfte, dass auch namhafte Modedesigner nicht mehr am Trachtenlook vorbeikommen, dann wird er hier geführt. Hier und da werden die Kreationen der Münchner Designerin Claudia Nowka gesichtet, die das Label „Alpenmädchen“ gegründet hat. Wer sich auskennt, sichtet die Tochter von Popstar Chris de Burgh oder Ex-Til Schweiger Gattin Dana Schweiger in Luxus-Kreationen. Wie viele junge und innovative Designer sich mittlerweile im Trachtenhimmel tummeln, zählte noch niemand. Prominente kennen die Designerin Julia Trentini mit ihrer „Trentini Couture“-Linie ebenso wie die extravagant-elegante Dirndl-Mode eines Daniel Fendler. Anno 2013 sichtete man Fürstin Anna zu Schaumburg-Lippe, aber auch Florian Silbereisen in einer Fendler-Tracht. Trachtendesignerin Ophelia Blaimer kleidet die Promis ebenso wie der Trachten-Neuling Kay Rainer, der bislang für seine wunderschönen Abendroben bekannt war. Die Tracht neu zu erfinden, hat es eben fast jedem angetan. Als Model hat man beste Chancen, einem Jungdesigner aus dem Münchner oder Kitzbüheler Raum ins Auge zu fallen, wenn man sich für die aktuelle Trachtenmode interessiert. Wie man sieht, sind aber auch in Großstädten wie Berlin oder Bern spannende Trachten-Designer zu entdecken. Dass es bereits afrikanisch anmutende Dirndls gibt, verdanken wir übrigens der Designerin Rahmée Wetterich mit ihrem Label „Noh Nee“. Spannend können auch selbst geschneiderte Designer-Dirndl ausfallen – aber gekonnt müssen sie schon sein. Was Carmen Geissen von „Die Geissens“ letztes Jahr trug, konnte sich gegen die starke Konkurrenz durchaus sehen lassen.

Bildquelle:
BigStock-ID-69471424-Fisher-Photostudio

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